Tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion MdL Susann Biedefeld fordert „Elternführerschein“

16. April 2018

Nach den jüngsten Übergriffen eines Hundes in Bad König fordert die Deutsche Kinderhilfe e.V. die Einführung eines Sachkundenachweises zum Halten eines Hundes. Dieser sogenannte Hundeführerschein soll ausnahmslos für alle Hundehalterinnen und Hundehalter bundesweit verbindlich gelten.

„Die Idee einen Hundeführerschein einzuführen, ist alles andere als neu. Solche Überlegungen gab es schon vor rund 20 Jahren“, erklärt die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Susann Biedefeld, MdL.

Grundsätzlich hat die SPD-Landtagsabgeordnete nichts gegen diesen Vorschlag einen solchen verbindlichen Hundeführerschein einzuführen. Allerdings gibt sie zu bedenken, dass Tiere nicht von Geburt an bissig oder aggressiv sind. Auch die Auffassung, dass Rasselisten alleine, die mit Ausnahme von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen in allen Bundesländern existieren, keinen umfassenden Schutz vor Hundeunfällen bieten, teilt die Abgeordnete.

Sie fordert darüber hinaus die HundehalterInnen noch mehr in die Pflicht zu nehmen, denn Menschen, die sich in der Hundehaltung nicht auskennen, überfordert sind oder den Hund gar als „Waffe“ missbrauchen, machen den Vierbeiner gefährlich. „Ein Hundeführerschein bringt da nicht den erhofften Nutzen, sondern gaukelt eher falsche Sicherheit vor“, ist die tierschutzpolitische Sprecherin überzeugt.

Vielmehr müssten sich Züchter auch nach Abgabe eines Welpen weiter über die Entwicklung und Haltebedingungen des Hundes kontinuierlich informieren, gegebenenfalls die Halter auch kontrollieren. Eine andere, nicht zu unterschätzende Gefahr für Kinder sieht die Abgeordnete vielmehr im Bereich der Misshandlungen. Aus der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2016 geht hervor, dass es deutschlandweit 3.621 Fälle von Kindesmisshandlung (§ 225 StGB) gab. Von den 4.237 Opfern waren 56,6 Prozent männlich und 43,5 Prozent weiblich.

Bei Kindesmisshandlung kommt außerdem eine hohe Dunkelziffer dazu, weil davon ausgegangen wird, dass Taten, die in erster Linie in der Familie verübt wird oder die Opfer noch zu klein und zu hilflos sind, um auf sich aufmerksam zu machen, nicht angezeigt werden. „Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass vielen Kindern unendliches Leid zugefügt wird, vielen davon aus dem familiären Umfeld oder den Eltern. Hundeführerschein ja, dann aber bitte auch einen „Elternführerschein“, fordert Susann Biedefeld.

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