SPD-Frauengruppe Altenkunstadt feierte Jubiläum - MdL Susann Biedefeld hält Festvortrag

11. Oktober 2018

In einem festlichen Rahmen feierte die SPD-Frauengruppe von Altenkunstadt ihre 40.-jähriges Jubiläum. Zugleich war dieses besondere Jahr 2018 mit einer weiteren wichtigen Etappe, 100 Jahre Frauenwahlrecht, verbunden, weshalb Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld an einige markante Ereignisse auf dem Weg der Gleichberechtigung der Frauen erinnerte.

Mit einem Willkommensgruß eröffnete die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen von Altenkunstadt, Almut Schuhmann, die Veranstaltung und hieß alle herzlich willkommen. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins von Altenkunstadt, Karlheinz Hofmann erinnerte in seinen einleitenden Worten daran, dass das Versammlungslokal, die Gastwirtschaft „Zum Preußla“, einst auch die Gründungsstätte der Sozialdemokratischen Partei in Altenkunstadt war.

Er beglückwünschte die SPD-Frauengruppe zu ihrem Jubiläum, bedankte sich für die vierzig Jahre und sagte wörtlich: Diese Gemeinschaft sei aus dem SPD-Ortsverein von Altenkunstadt ganz einfach nicht mehr wegzudenken“. Die SPD-Kreistagfraktionsvorsitzenden Monika Faber bestätigte den Mitgliederfrauen von Altenkunstadt, dass sie in ihrem Heimatort sehr viel mitgestaltet und mitgeprägt haben und sie sollten mit Mut und Energie auch die kommenden Aufgaben angehen. Glückwünsche zum Jubiläum sprach zu Beginn ihres Festvortrages MdL Susann Biedefeld aus, die dabei der Gruppe bestätigte, dass sie vierzig Jahre frauenpolitische Arbeit in Altenkunstadt geleistet habe.

Denn gerade diese politische Arbeit von Frauen für Frauen und eine gleichberechtigte Gesellschaft, also die politische Arbeit für die Gleichstellung der Frauen in der Gesellschaft, im Beruf, in der Familie und in den Parteien, war, dies habe die Vergangenheit bewiesen, sehr wichtig. Auch der SPD empfing dies immer als ein wichtiges Anliegen und schon 1891 habe die Partei in ihrem Erfurter Programm die Forderung nach der Gleichstellung der Frau erhoben. Wenn im Grundgesetzt der prägende Satz: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ niedergeschrieben wurde, dann haben dies alle im besonderer Maße der SPD-Politikerin Elisabeth Selbert, vielfach auch als die „Mutter des Grundgesetzes“ genannt, zu verdanken.

Biedefeld erinnerte an dieser Stelle an einige für die Frauen wichtige Etappen in der Zeitgeschichte, so 1949 die Feststellung das „Männer und Frauen gleichberechtigt sind“, 1953 erfolgte die Abschaffung des Gehorsamspragraphen, denn bis dahin hatten die Männer das Entscheidungsrecht in ehelichen Angelegenheit, die Änderungen beim Günterrecht (1958), sowie im gleichen Jahr die Abschaffung des Rechtes des Ehemannes, ein Arbeitsverhältnis seiner Frau zu kündigen. Im Jahre 1969 wurde die Stärkung der Rechtsstellung von nicht verheirateten Müttern und deren Kinder niedergeschrieben, bei der Familienrechtsform 1977 war ein Ergebnis, dass die Ehefrau nicht mehr „gesetzlich zur Haushaltsführung verpflichtet sei“ und weitere Entscheidungen waren die Änderungen des Namensrechts, die arbeitsrechtliche Absicherung der Teilzeitarbeit und das der Staat bei der Gleichberechtigung von Frauen (1994) auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken habe.

Dabei war es vor allem die Sozialdemokratie, erinnerte MdL Susann Biedefeld, die sich immer dafür eingesetzt habe, Frauen mehr Rechte zu geben, denn für ihre Partei stehen die Gleichberechtigung von Mann und Frau, vor allem jedoch die Chancengerechtigkeit, an erster Stelle. Biedefeld wörtlich: „Die Frauen stellen 51 Prozent der Bevölkerung und gerade deswegen sollten sie auch in der Politik mit 50 Prozent vertreten sein“. Die Realität sehe jedoch anderes aus, denn beispielsweise in den Oberfränkischen Kreistagen sind die Frauen nur mit 19,6 Prozent vertreten und bei den Gemeinderäten in der Region betrage der Frauenanteil, sei den letzten Wahlen, nur noch 16,6 Prozent. Deshalb ermutigte Biedefeld die Frauen, Bereitschaft zu zeigen zum politischen Engagement, denn gerade bei wichtigen politischen Themenfelder wie der Öffnung von Kindertagesstätten, der Ferienbetreuung von Kindern, dem Öffentlichen Personennahverkehr und der Nahversorgung (Pflege, medizinische Versorgung) gebe es noch viel zu tun und hier sollten Frauen in besonderer Weise mitentscheiden.

Als weitere wichtigen Punkte sprach Biedefeld die Familienarbeitszeit, insbesondere die Rückkehr nach der Erziehungszeit in den Beruf, die Teilzeitbeschäftigungen, hier zeigt die Statistik, dass 74 Prozent der Frauen, aber nur 26 Prozent der Männer, eine derartige Berufstätigkeit ausüben. Weitere Anliegen, die von der Abgeordneten zur Sprache gebracht wurden, waren die Altersversorgung, die Renten und die Tatsache, dass in vielen Führungspositionen immer noch zu wenige Frauen vertreten sind.

Rückblickend sagte MdL Susann Biedefeld, das die SPD zwar nicht oft im Freistaat an der Macht, aber dennoch nicht machtlos war. Manchmal dauerte es zwar lange, bis Vorschläge von ihrer Partei umgesetzt wurden. Die Abgeordnete ermutigte deshalb alle Frauen, weiterhin für die gemeinsamen Ziele und Idee einzutreten, anderen Menschen davon zu überzeugen und den prägenden Satz des Grundgesetzes: „Frauen und Männer sind gleichberechtigt“ mit Leben zu erfüllen, denn für die Frauenrechte kann es nie genug Mitstreiterinnen und Mitstreiter geben. Ein besonderer Anlass dieser Jubiläumsveranstaltung war die Auszeichnung des einzigen noch lebenden Gründungsmitgliedes der SPD-Frauengruppe von Altenkunstadt, Helga Geiger, der der Dank für ihre Treue zur Partei zuteilwurde. Ein geselliges Beisammensein, wobei auch viele gemeinsame Erlebnisse, Aktivitäten und die vielen Unternehmungen und Veranstaltungen in Erinnerung kamen, beendete die Jubiläumsveranstaltung in harmonischer Weise.

SPD-Frauengruppe Altenkunstadt
Helga Geiger zählt zu den Gründungsmitgliedern der SPD-Frauengruppe von Altenkunstadt und wurde deshalb anlässlich des Festabends geehrt; im Bild mit (v.l.) dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Karlheinz Hofmann, der stellvertretenden Kreisvorsitzenden Eveline Zeis, der Vorsitzenden der SPD-Frauengruppe Almut Schuhmann, der SPD-Kreistagfraktionsvorsitzende Monika Faber und der Landtagsabgeordneten Susann Biedefeld.

Foto und Text: Dieter Radziej

Teilen