SPD-Europa-Unterbezirkskonferenz im Sportheim des TSF Theisenort

05. August 2018

Bei der Europa-Unterbezirkskonferenz stand die Vorstellung der beiden Bewerber um die Kandidatur für die Europawahl Juan Carlos Abad Sanz und Martin Lücke im Mittelpunkt. Außerdem wurden die Delegierten und Ersatzdelegierten zum Europaparteitag gewählt und von den SPD-Landtagskandidaten das oberfränkische Wahlprogramm zur Landtagswahl vorgestellt.

Juan Carlos Abad Sanz, Dozent für Spanisch und Wirtschaft an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hof, stellte die Bedeutung der Europäischen Union heraus. Für ihn sei die Europäische Union, das Größte, das Europäer geschaffen haben. Heutzutage gelte es diese Errungenschaft zu verteidigen, so Abad. Zentrale Themen seiner Bewerbung um die Kandidatur liegen in der gemeinsamen Wirtschaftspolitik und einer gemeinsamen Außenpolitik. Es sei von großer Bedeutung, dass die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in diesen Kernkompetenzfeldern eine gemeinsame Sprache sprechen, so Abad.

Berufsbedingt in Afrika ist Martin Lücke, der zweite Bewerber für das Europamandat. Er ist Facharzt für Anästhesie und Notfallmedizin, Oberarzt am Klinikum in Coburg und Betriebsratsvorsitzender des Regiomed Klinikums in Coburg. Er möchte im Europa- Wahlkampf aufzeigen, welche Gestaltungskraft Europa hat, um die soziale Sicherheit und das friedliche Zusammenleben weiter zu verbreiten.

Europa-Parteitag SPD-Unterbezirk Coburg-Kronach
Bild: Auch MdL Susann Biedefeld nahm an der Europa-Unterbezirkskonferenz des SPD-Unterbezirks Coburg teil.

Gleichzeitig möchte er den Blick weiter lenken, über das Mittelmeer hinaus auf unseren südlichen Nachbarkontinent und dessen Potenziale. Reist man durch unseren Kontinent, so stellt man fest, wie ähnlich wir uns geworden sind. Städtepartnerschaften haben ebenso viel Gutes bewirkt wie Kurzurlaube: Menschen gehen aufeinander zu und verstehen sich besser. Der europäische Binnenmarkt hat uns alle gemeinsam stärker gemacht. Deutsche Sozialstandards haben sich europaweit, insbesondere in der Arbeitswelt, etabliert.

Ehemalige Billiglohn- Zonen sind heute prosperierende Regionen. Allerdings sind wir in akuter Gefahr, das Erreichte zu verlieren, ja, vielleicht sogar leichtfertig zu verspielen. Während sich Europa gegen eine angebliche Überfremdung abschottet, nutzen andere Mächte, wie Indien und China, unsere augenblickliche Schwäche aus und gewinnen dort Einfluss, wo dank starkem Bevölkerungswachstum und steigenden Absatzerwartungen eigentlich unsere Zukunftsmärkte liegen sollten.

Die Menschen Afrikas warten aber nach wie vor auf Qualitätsprodukte aus Europa, so Lücke in seiner Bewerbung, die Stefan Sauerteig verlas. Wenn es Europa gelingt, diese Bedürfnisse zu befriedigen, schafft das Arbeitsplätze bei uns. Gelingt es Europa, in Kooperation mit den dortigen Ländern "unsere" Produkte zu produzieren und zu vermarkten, schafft es Arbeit hier wie dort, so Lücke.

Michael Busch, Landrat und Landtagskandidat im Stimmkreis Coburg Stadt und Land sowie Dr. Ralf Pohl, Landtagskandidat im Stimmkreis Kronach-Lichtenfels, nutzten die Unterbezirkskonferenz, um die Delegierten auf die anstehende Landtagswahl einzustimmen. Sie stellten zehn zentrale Themen für die Zukunft Oberfrankens vor.

So gilt es Strukturen zu stärken und Perspektiven zu sichern, denn trotz einer guten wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahren, hat die große Strukturkrise in Oberfranken Spuren hinterlassen. Des Weiteren fehlt es nur in den Metropolregionen, sondern auch in Oberfranken an genügend qualitativen Wohnraum. Anstatt mehr Polizeiaufgaben in Bayern sind mehr Polizeibeamte für Oberfranken nötig. Im Jahr 2016 hat die oberfränkische Polizei allein insgesamt 133.713 Überstunden angehäuft. Somit entfallen auf jeden Polizeibeamten 60 Überstunden.

Mit einem attraktiven öffentlichen Personennahverkehr sollen die Metropolregionen mit dem ländlichen Raum verbunden werden. Ferner gilt es das touristische Potential Oberfrankens zu stärken und daraus zu schöpfen. Auch wenn die Digitalisierung in aller Munde ist, benötigt Oberfranken als Wirtschaftsstandort eine schnelle und leistungsfähige Internetverbindung. Ebenso muss für die Menschen oberfrankenweit die Grundversorgung gesichert sein, denn viele zentrale Einrichtungen ziehen sich mehr und mehr aus der Fläche zurück.

Europa-Parteitag SPD-Unterbezirk Coburg-Kronach
Foto: Bewerber für die Kandidatur zur Europawahl Juan Carlos Abad Sanz

Außerdem gilt es die Strukturen des Bildungsstandorts Oberfranken zu erhalten und auszubauen, denn die Region verfügt über eine breitgefächerte Bildungslandschaft und ist Spitze beim Krippenausbau, der beruflichen Bildung und den weiterführenden Schulen. Ebenso sollte eine wohnortnahe stationäre wie ambulante ärztliche Versorgung selbstverständlich sein, wie auch gute Pflege- und Heimplätze. Nachdem fast jeder vierte Einwohner Bayerns einen Migrationshintergrund hat, müsse auf die funktionierende Integration vor Ort ein weiterer Schwerpunkt gelegt werden.

Wahlen, Delegierte zum Europa-Bezirksparteitag: Carsten Höllein, Dominik Sauerteig, Michael Busch, Ute Florschütz, Stefan Sauerteig, Franziska Bartl, Thomas Nowak, Gabriele Hofmann, Walter Esch, Günther Kob, Matthias Aust, Elisabeth Kob, Gesine Marr, Kanat Akin, Gerhard Lehrfeld, Bernd Gärtner, Dr. Maximilian Rühl, Christoph Franke, Heidi Schunk, Birgitt Jäckel-Beck, Stefanie Gröger, Dr. Ralf Völkl, Richard Rauh, Jürgen Braun, Barbara Gröger, Marina Schmitt, Kerstin Schmidt-Müller.

Ersatz: Thilo Moosmann, Michael Butz, Petra Kastner, Mario Ziener, Edgar Dunst, Alexander Gröger, Angela Kern, Dieter Lau, Wolfgang Neumann, Edith Marr, Karl-Heinz Schmidt, Ingrid Heinisch, Walter Wich-Herrlein, Jürgen Kern, Peter Wutz, Karl-Heinz Ziener, Egon Becker, Willy Güntsch, Günter Oßwald, Michael Franz, Hans Rebhan, Helmut Welsch.

Fotos: Biedefeld

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