MdL Susann Biedefeld mit ASB-Landesvorsitzenden Hans-Ulrich Pfaffmann, MdL zu Gast im ASB-Seniorenzentrum Marktrodach

13. September 2018

Auf Einladung von MdL und Bezirkstagskandidatin Susann Biedefeld stattete ihr SPD-Landtagskollege Hans-Ulrich Pfaffmann, der zudem Landesvorsitzende des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) ist, dem ASB-Seniorenzentrum in Marktrodach einen Besuch ab. Begleitet wurden sie vom SPD-Landtagskandidaten Dr. Ralf Pohl sowie den beiden Zweitstimmenkandidaten Sebastian Müller (Landtag) und Ludwigstadts Bürgermeister Timo Ehrhard (Bezirkstag) und weiteren SPD-Kommunalpolitikern.

Einrichtungsleiter der beiden ASB- Seniorenzentren in Marktrodach und Rothenkirchen Roland Funk, stellvertretender Geschäftsführer des ASB-Kreisverbandes Ingo Holzmann und Einrichtungsleiterin Anna Schneider informierten über ihre Arbeit und diskutierten mit den Politikern. Anschließend konnte sich die Delegation bei einem Rundgang durch das Haus selbst ein Bild von der Einrichtung und ihren Besonderheiten machen.

ASB-Seniorenzentrum Marktrodach
Foto: Susann Biedefeld und Sebastian Müller mit Enrichtungsleiterin Anna Schneider (links).

„Das ASB-Seniorenzentrum in Marktrodach ist ein wichtiges Vorzeigeprojekt für Bayern“ attestierte der ASB-Landesvorsitzende. Dort sind 57 Bewohnerinnen und Bewohner auf zwei Stationen untergebracht. 27 leben im beschützenden Bereich. „Wir haben eine große Warteliste für beide Kronacher Einrichtungen“, informierte Roland Funk. Besonders gefragt sind Kurzzeitpflegeplätze. Diese können in den beiden Häusern nur eingestreut werden, was für alle eine nicht zufriedenstellende Situation ist, weshalb hier dringender Handlungsbedarf seitens der Politik gesehen wird, denn die Nachfrage ist steigend und die Plätze allgemein begrenzt. „Die SPD-Landtagsfraktion hat zu diesem Thema zig Vorstöße gemacht. Auf Bezirksebene müsste es eine zentrale Anlaufstelle geben, bei der abgerufen werden kann, wo es in Oberfranken freie Kurzzeitpflegeplätze gibt“, führt Susann Biedefeld aus.

ASB-Seniorenzentrum Marktrodach
Foto: Roland Funk gab der Delegation Erläuterungen zu den beidenKronacher ASB-Einrichtungen.

Hans-Ulrich Pfaffmann lobte namens des Landesvorstands die Arbeit des Teams, machte aber auch deutlich, dass dieser Einsatz von der Politik wahrgenommen werden müsse und zwar in realen und messbaren Ergebnissen. Schließlich gehe es darum, wie die Menschen vor Ort versorgt werden können. Die Entscheidungen des bayerischen Landtags haben nämlich unmittelbare Auswirkungen auf die Einrichtungen. Dies machte auch MdL Susann Biedefeld als Mitglied im Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzen allein an einem Beispiel deutlich: „Seit Jahren gibt es für Seniorenzentren keine Förderungen für Investitionen und Umbauten mehr. Das muss sich schleunigst ändern, denn andererseits müssen Einrichtungen immer wieder neue gesetzliche Vorgaben erfüllen, die mit hohem Kostenaufwand verbunden sind."

ASB-Seniorenzentrum Marktrodach ASB-Seniorenzentrum Marktrodach
Fotos: Susann Biedefeld (Mitte) und Hans-Ulrich Pfaffmann (rechts, daneben) tauschten sich mit ASB-Vertretern und weiteren Kommunalpolitikern zum Pflegethema aus.

Auch im Marktrodacher Seniorenzentrum stehen solche Investitionen, wie beispielsweise in Form von Brühschutznachrüstungen in den Nassbereichen an, die auf rund 65 000 Euro geschätzt werden. Auf Unverständnis stößt aber auch manch andere Vorgabe. So liegt etwa das Treppengelände zwei Zentimeter über der Norm und soll ausgetauscht werden.

ASB-Seniorenzentrum Marktrodach ASB-Seniorenzentrum Marktrodach
Fotos: Rundgang durchs Haus

Eine weitere Herausforderung der Pflege ist es, über ausreichend Fachkräfte und Personal zu verfügen. Die Verantwortlichen sehen in der Anstellung von Honorarkräften nicht die Lösung des Problems, da diese keinen echten Bezug zur Einrichtung haben. Ebenso können Pflegekräfte, die beispielsweise für private Dienste aus Polen oder der anderen Teilen Osteuropas kommen, das Problem auf lange Sicht nicht lösen. Für sie gibt es keine Kontrollen. Zudem werden den Herkunftsländern Fachkräfte entzogen, die dort ebenfalls für die Sicherstellung der Pflege gebraucht werden.

Im Marktrodacher Seniorenzentrum sind etwa 50 Beschäftigte in der Verwaltung und der Pflege tätig. Besonders erfreulich ist, dass es dort auch Auszubildende und Seiteneinsteiger gibt, die viel Spaß und Erfüllung in ihrem Pflegeberuf haben. Des Weiteren können sich auch Helfer entsprechend qualifizieren. Eine Möglichkeit, um die Flexibilität des Personals in den Einrichtungen zu verbessern, sieht Hans-Ulrich Pfaffmann in der Erhöhung des Finanzbudgets. Mit der gesetzlichen Pflegeuntergrenze müsse auch deren Finanzierung verbunden sein.

ASB-Seniorenzentrum Marktrodach
Foto: Roland Funk

„Solange es sich Bayern leisten kann, ein konzeptionsloses Landesamt für Pflege mit 350 Planstellen einzurichten, muss mir keiner erzählen, dass es für die Pflege kein Geld gibt“, wettert der ASB-Landesvorsitzende. Sinnvoller wäre es gewesen, das Personal direkt und ohne Kostenerhöhung für die Bewohner in die Häuser zu geben.

Um weiteres Personal akquirieren zu können, müsse die Attraktivität der Pflegeberufe in den Fokus gestellt werden, denn diese bieten nicht selten eine vernünftige Bezahlung und Perspektiven. Dieser Aussage pflichtet auch der Einrichtungsleiter bei und bedauert, dass allgemein die Wertschätzung für die Arbeit in der Pflege zu wünschen übrig lässt. Auch wenn es in Bayern den besten Pflegeschlüssel gibt, hat dieser insbesondere im geschützten Bereich mit sieben Mitarbeitern im Frühdienst noch Luft nach oben. Allerdings würde die Anhebung zu Lasten der Bewohner gehen.

Mit Beiträgen von 1750 Euro für Einzel- und 1600 Euro für ein Doppelzimmer sei die Schmerzgrenze für viele Menschen in der Region erreicht, denn viele haben im Alter nicht einmal so viel Rente, um den Betrag alleine zu stemmen. Deshalb sei die Pflege daheim künftig eine weitere Herausforderung, da sich eben nicht alle Rentner den Umzug in eine Einrichtung leisten können. Hier gilt es das Gesundheitsmanagement unter das Brennglas zu nehmen. Auch in der Marktrodacher Einrichtung kann nur etwa ein Drittel der Bewohner die Heimkosten aus eigenen Mitteln bezahlen.

ASB-Seniorenzentrum Marktrodach
Foto: ASB-Vertreter, Kommunalpolitiker und Susann Biedefeld mit Hans-Ulrich Pfaffmann vor dem ASB-Seniorenzentrum Marktrodach.

Das Haus hat neben Einzel- auch neun Doppelzimmer, in die der Großteil der Bewohner freiwillig zieht. Allerdings haben die Menschen im Bezirk Oberfranken, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, keine Wahlmöglichkeit und müssen in der Regel ein Doppelzimmer beziehen. Lediglich mit einem ärztlichen Attest könnten sie ein Zimmer für sich alleine nutzen. „Eine solche Regelung gibt es nur bei uns im Bezirk Oberfranken. Meiner Meinung nach, gehört diese abgeschafft, denn auch nicht jeder, der Sozialhilfe empfängt, möchte sich ein Zimmer teilen. Hier geht es um Privatsphäre“, kritisiert Susann Biedefeld. Angetan zeigte sich die Delegation vom „Wellnessbereich“ der Einrichtung, der ansprechend gestaltet wurde und den Bewohnern auch etwas Luxus bietet. Denn diese können dort bei abgedämmten Licht und duftenden Badezusatz entspannen und sich zurückziehen.

Abschließend informierte Ingo Holzmann über weitere Angebote des ASB-Kreisverbandes, insbesondere der Hundestaffel. Dort wurden im vergangenen Jahr 5943 ehrenamtliche Helferstunden geleistet. „Auf dieses hohe ehrenamtliche Engagement sind wir stolz und arbeiten auch mit anderen Hilfsorganisationen bestens zusammen", betont der stellvertretende Kreisgeschäftsführer. Sehr gut werde auch der ambulante Fahrdienst angenommen. Im Patientenfahrdienst werden jährlich rund 6000 Fahrten von den sieben Fahrzeugen im Dreischichtsystem übernommen.

ASB-Seniorenzentrum Marktrodach
Weitere Fotos:
ASB-Seniorenzentrum Marktrodach
ASB-Seniorenzentrum Marktrodach
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Fotos: A. Kemnitzer

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