MdL Susann Biedefeld besucht mit ASB-Landesvorsitzenden Hans-Ulrich Pfaffmann ASB-Seniorenzentrum Weismain

12. September 2018

In Weismain betreibt der Regionalverband Coburg des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) ein modernes Seniorenzentrum. MdL Susann Biedefeld, die für den Bezirkstag kandidiert, hatte ihren SPD-Landtagsfraktionskollegen und ASB-Landesvorsitzenden Hans-Ulrich Pfaffmann eingeladen, die Einrichtung zu besuchen. Mit SPD-Landtagskandidaten Dr. Ralf Pohl, Zweitstimmenkandidat Sebastian Müller (Landtag) und Michael Dreiseitel, der Weismainer SPD-Stadt- und Kreisrat ist, kamen sie mit ASB-Regionalverbandsgeschäftsführer Thomas Schwesinger und Einrichtungsleiter Dirk Förster ins Gespräch.

Thomas Schwesinger zeigte auf, dass Personal vorne und hinten fehle und das Akquirieren von Pflegekräften eine gewaltige Aufgabe sei. Die gesetzlich vorgegebene Fachkraftquote sei immer schwieriger zu erfüllen. Konsequenz der Nichterfüllung, sei, dass ganze Stationen geschlossen werden müssen. Allein im Coburger Raum könnten deshalb 60 Heimplätze, im Landkreis Lichtenfels 40 Heimplätze nicht belegt werden. Um die Mitarbeiter gerecht zu entlohnen, lehne sich der Kreisverband an den TVöD Pflege an und bilde auch aus. Derzeit gebe es in der Einrichtung zwei Auszubildende. Auch wenn der Gedanke der gemeinsamen Pflegeausbildung (Kameralistik) gut sei, gäbe es einiges in der Umsetzung durch den Gesetzgeber zu verbessern.

„Der Pflegemangel ist weit vorangeschritten“, führte der Geschäftsführer weiter aus. Hinzu komme der Bedarf an Kurzzeitpflegeplätzen. „Wir müssen täglich drei bis vier Anfragen in diesem Bereich abweisen“, erklärt Dirk Förster, denn in der Weismainer Einrichtung könnten nur Kurzzeitpflegeplätze eingestreut werden, weil sich solche Angebote nicht rechnen und zudem mit einer hohen Bürokratie verbunden seien, obwohl der Bedarf da ist. Für die Kurzzeitpflege erhalten die Einrichtungen ein Gesamtbudget, welches für alle Pflegegrade gleich ist. Obwohl sich der Großteil der Bewohner den Aufenthalt im Seniorenzentrum aus eigener Tasche leisten könne, seien es 18 Prozent, die auf Sozialhilfe, und damit auf finanzielle Unterstützung des Bezirks Oberfranken, angewiesen sind.

Die Weismainer Einrichtung wurde mit einer 97prozentigen Auslastung konzipiert. Geringe Verschiebungen machen sich bemerkbar, dennoch sei laut Förster die Auslastung gegeben. Auf zwei Etagen werden 61 Bewohner versorgt und betreut. Erfreulich sei, dass von der Bevölkerung die Einrichtung sehr gut angenommen werde. Beispielsweise hielten Vereine Veranstaltungen mit und für die Bewohner ab. Einwohner kämen aber auch gerne in die Cafeteria. „Es sind viele Ehrenamtliche im Einsatz, die mit ihren Aktionen Geldspenden für unsere Einrichtung bringen“, freut sich Förster über die Unterstützung.

Um der Pflege auch künftig gerecht zu werden, sieht Hans-Ulrich Pfaffmann die Notwendigkeit eines Staatskonzeptes mit Standards für die ambulante Pflege, die verpflichtend sind, denn ohne ambulante Dienste können stationäre Einrichtungen die Herausforderung der Zukunft nicht alleine meistern. Der ASB-Landesvorsitzende geht davon aus, dass rund 25 Prozent der Senioren, die in Heimen wohnen durchaus auch ambulant versorgt werden könnten, wenn ein stimmiges Konzept vorhanden wäre. Dirk Förster ergänzte, dass in der Bevölkerung vielen nicht bekannt sei, welche Möglichkeiten es überhaupt im Bereich der Pflege gibt.

Verbesserungsbedarf bestehe bei den Voraussetzungen, um eine Nachtpflege anzubieten, für die ebenfalls die Nachfragen zunehmen. Der ASB-Kreisverband baut derzeit eine neue Wohnanlage in Weitramsdorf, im Landkreis Coburg, und könnte dort eine solche anbieten. Da in Weismain die Nachtpflege aber im gleichen Haus, wie die stationäre Pflege untergebracht wäre, sei die Einrichtung eines solchen zusätzlichen Angebots nicht möglich, weil beides räumlich voneinander getrennt sein müsse. Dieses Hindernis müsse die Politik aus der Welt schaffen. Die Altenkunstadter Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld meinte: „Hier können sich die Bewohnerinnen und Bewohner sehr wohlfühlen und werden sehr gut betreut.“ Im Rahmen des Besuchs von Hans-Ulrich Pfaffmann wurde der ASB-Wünsche-Wagen für den Raum Franken durch Matthias Neuf vorgestellt. Mit diesem erfüllt der ASB Menschen in der letzten Lebensphase Wünsche.

Besuch im ASB-Seniorenheim Weismain
Bild: Der Pflegenotstand wird von Tag zu Tag größer. Was es heißt, das Berufsbild attraktiver zu gestalten und die Rahmenbedingungen für die, in der Pflege tätigen Beschäftigten zu verbessern verdeutlichte der Einrichtungsleiter des ASB-Seniorenzentrums in Weismain, Dirk Förster bei einem Rundgang durch das Seniorenzentrum. Unser Bild zeigt Dirk Förster mit den Gästen in dem technisch bestens ausgerüsteten Bad in einer Seniorenwohngruppe. (v.l.) Dirk Förster, SPD-Landtagskandidat Dr. Ralf Pohl, ASB-Landesvorsitzender MdL Hans-Ulrich Pfaffmann, SPD-Bezirkstagskandidatin MdL Susann Biedefeld, SPD-Zweitstimmenkandidat für den Landtag Sebastian Müller, Weismainer SPD-Stadtrat und Kreisrat Michael Dreiseitel und ASB-Geschäftsführer Thomas Schwesinger.
Besuch im ASB-Wohnheim Weismain
Weitere Fotos:
Besuch im ASB-Seniorenzentrum Weismain
Besuch im ASB-Seniorenzentrum Weismain
Besuch im ASB-Seniorenheim Weismain
Besuch im AB-Seniorenheim Weismain

Bilder: A. Kemnitzer

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