Hilferuf der FF Ebersdorf bei Neustadt

12. Juni 2018

Das Feuerwehrgerätehaus in Ebersdorf bei Coburg ist aus den 1970ger Jahren und damit dringend sanierungsbedürftig. Außerdem ist es nicht für weibliche Dienstleistende, die zwischenzeitlich zur Wehr gestoßen sind, ausgerichtet.

„Es fehlen für unsere Kameradinnen Duschen und Umkleiden“, erklärte Vorsitzender des Feuerwehrvereins Rüdiger Fischer bei einem Besichtigungstermin der beiden Coburger Stimmkreisabgeordneten MdL Susann Biedefeld und MdL Jürgen W. Heike. Vertreter der Wehr hatten sich an die beiden Landtagsabgeordneten gewandt und um Unterstützung bei ihrem Sanierungsvorhaben gebeten.

„Wir wollen uns selbst ein Bild von der Situation machen und auf keinen Fall die Stadt Neustadt außen vor lassen“, betonte MdL Susann Biedefeld. Wie ihr Landtagskollege sieht auch sie dringenden Bedarf das Gerätehaus auf Vordermann zu bringen, damit den Dienstleistenden vernünftige Bedingungen zur Verfügung stehen. „Gerade heute sind Feuerwehren auf Ehrenamtliche angewiesen. Das Ebersdorfer Feuerwehrgerätehaus schreckt in seinem jetzigen Zustand eher ab, als dass die Wehr damit für den Dienst am Nächsten werben könnte“, führt Biedefeld an.

Dass die Dienstleistenden und auch die Mitglieder des Feuerwehrvereins ihr Scherflein dazu beitragen wollen, machten der Vorsitzende, sein Stellvertreter Fabian Gräf und Kommandant Norbert Engel deutlich. Schließlich erfolgte vor Jahren der Ausbau in Eigenregie durch die Ortsvereine und wurde von der Wehr finanziert. Durch diese Maßnahme konnte ein Gemeinschaftsraum geschaffen werden. Dort finden zwar die 20 Aktiven für Schulungszwecke Platz, allerdings sind damit die Kapazitäten erschöpft.

Besuch der beiden MdLs Susann Biedefeld und Jürgen W. Heike bei der FF Ebersdorf bei Neustadt
Foto, Mitte: Die beiden MdLs Susann Biedefeld und Jürgen W. Heike ließen sich von den Vertretern der FF Ebersdorf bei Neustadt die Problematik ihres Feuerwehrgerätehauses erläutern.

„Wir haben rund 55 Vereinsmitglieder, die wir hier nicht unterbringen“, führt Norbert Engel aus. Um für die weiblichen Dienstleistenden die benötigten Toiletten und Umkleidemöglichkeiten zu schaffen, wäre nach Meinung der Vertreter eine „kleine Lösung“ denkbar. Diese sieht vor für die benötigten Räume die alte „Gemeinde-Küche“ aufzulösen. Diese Idee wurde auch an die Stadt Neustadt herangetragen. Die große Lösung wäre zusätzlich das Dachgeschoss auszubauen und den unteren Bereich zu sanieren. Damit wäre es möglich das Gebäude künftig wieder für öffentliche Veranstaltungen zu nutzen, um so auch Geld in die Kasse des Feuerwehrvereins zu bringen, um das Haus in Schuss zu halten.

Besuch der beiden MdLs Susann Biedefeld und Jürgen W. Heike bei der FF Ebersdorf bei Neustadt

Ein kompletter Neubau wäre zwar nach den Feuerwehrrichtlinien bezuschussungsfähig, würde allerdings mit wesentlich höheren Kosten verbunden sein. Selbst wenn die „große Lösung“ realisiert werden könnte, hielten sich die Kosten, die in ersten groben Schätzungen auf 65 000 bis 75 000 Euro beziffert wurden und Eigenleistungen voraussetzen, im Rahmen.

Im März stellte Susann Biedefeld die Plenums-Anfragen: Welche konkreten Fördertöpfe es für Kommunen bei Umbaumaßnahmen von Feuerwehrhäusern gibt, damit auch Frauen Dienst leisten können? Aus welchen Fördertöpfen werden dringend notwendige energetische Sanierungen und Umbauten von Gemeinschaftshäusern oder Dachausbau für Feuerwehrschulungsräume bezuschusst? Aus der Antwort von Staatsminister Joachim Herrmann geht hervor, dass die Staatsregierung Gemeinden bei der Erfüllung ihrer Pflichtaufgaben unterstützt, unter anderem auch mit staatlichen Zuwendungen für den Bau von Feuerwehrgerätehäusern oder den Ersatzbau von Stellplätzen, die den Unfallverhütungsvorschriften nicht entsprechen. Eine energetische Sanierung, wie in Ebersdorf bei Neustadt ist weder durch die Wohnraum- noch durch die Städtebauförderung möglich.

Besuch der beiden MdLs Susann Biedefeld und Jürgen W. Heike bei der FF Ebersdorf bei Neustadt

Auch im Rahmen der Dorferneuerung können Gebäude oder Teile, die den Zwecken der Feuerwehr dienen nicht gefördert werden, weil dies zu den Pflichtaufgaben der Städte und Gemeinden gehöre. Die beiden Landtagsabgeordneten wollen sich nun mit einem Schreiben an das Innenministerium wenden und damit um eine Stellungnahme bitten, welche Möglichkeiten und Ratschläge es gibt, um die Freiwillige Feuerwehr Ebersdorf bei einer Lösung zu unterstützen.

Besuch der beiden MdLs Susann Biedefeld und Jürgen W. Heike bei der FF Ebersdorf bei Neustadt

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