Freistaat Bayern investiert 4,84 Millionen Euro in Rödental

07. Dezember 2017

Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen genehmigt Neubau des Bau- und Betriebshofes der Schloss- und Gartenverwaltung Coburg auf dem Areal von Schloss Rosenau

Aus der jüngsten Haushaltssitzung des Bayerischen Landtags teilt die Coburger SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld mit, dass die Gesamtkosten in Höhe von 4,84 Millionen Euro die für den Neubau eines Bau- und Betriebshofes für die Schloss- und Gartenverwaltung (SGV) Coburg auf dem Areal von Schloss Rosenau in Rödental genehmigt wurden.

„Mit diesem Beschluss ist nun die Grundlage für den längst überfälligen Neubau endlich geschaffen worden“, gibt die SPD-Parlamentarierin erfreut bekannt. Biedefeld hofft, dass nun bald mit den Arbeiten begonnen wird. Die Gesamtkosten der Maßnahme gliedern sich wie folgt auf: Herrichten und Erschließen (184.256 Euro), Baukonstruktion 2.389.926 (Euro) Technische Anlagen (413.642 Euro), Außenanlagen (956.755 Euro), Ausstattung und Kunstwerke (160.452 Euro) Baunebenkosten (726.779 Euro).

Für den Neubau betragen die reinen Baukosten des Betriebshofes 2.803.568 Euro. Der bauliche Standard und die Kosten sind im Wesentlichen auf die Rahmenbedingungen (notwendige Gründungen wegen Bauplatz, besondere Nutzungsanforderungen) zurückzuführen. Die Haushaltsbelastung für Bewirtschaftung und Bauunterhalt wird auf jährlich rund 70.000 Euro geschätzt. Davon entfallen 10.000 Euro auf Bewirtschaftung sowie 60.000 Euro auf Bauunterhalt.

Die Betreuung von Schloss und Park Rosenau obliegt seit 1972 der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen. Die direkte gärtnerische Betreuung und Pflege des Schlossparks vor Ort erfolgt durch die SGV Coburg. Deren Bestandsgebäude zeigen erhebliche Defizite in Bezug auf die Arbeits- und Betriebssicherheit. Zu diesem Schluss kam schon am 11. März 2015 die Bayerische Landesunfallkasse nach einer Besichtigung.

Hinzu kommen umfangreiche statische Mängel bei der Mehrzahl der bestehenden Gebäude. Aus einem Statiker-Gutachten vom 23. Februar 2015 geht außerdem hervor, dass Schädigungen und Verformungen der Gebäudekonstruktionen weiter zugenommen haben und die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann.

Da eine Instandsetzung aus wirtschaftlichen Aspekten nicht sinnvoll ist, wird ein (Ersatz-)Neubau unausweichlich. Die nicht mehr zu sanierenden Bestandsgebäude (alter Bau- und Betriebshof in der Nähe der Orangerie) werden abgebrochen, die versiegelten Flächen entsiegelt und gemäß den vorliegenden historischen Plänen renaturiert.

Die Wirtschaftsgebäude unterhalb von Schloss Rosenau stehen unter Denkmalschutz und bilden gemeinsam mit dem sogenannten Parkwärterhaus den historischen Wirtschaftshof (Kartenverkauf, Museumsshop, Automaten-Cafeteria und Besucher-Toilette). Nach Errichtung des Neubaus werden diese Gebäudeteile nicht mehr benötigt und sollen mittelfristig einer anderen Nutzung zugeführt werden. Das sich im Besitz des Freistaates Bayern befindliche Baugrundstück in der Gemarkung Unterwohlsbach wird durch die öffentlich gewidmete Straße „Rosenau“ erschlossen. Dieses Baugrundstück ist Teil des FFH-Gebietes „Tal der oberen Itz“. Das Gelände des Baugrundstücks fällt von Norden nach Süden bis zur Grundstückszufahrt um zwei Meter ab. Durch Abgrabungen im Norden, bei gleichzeitigem Auffüllen im Süden, werden die topografischen Verhältnisse angeglichen.

Im Neubau werden Verwaltung, Werkstätten, Sozialräume für die Beschäftigten und Fuhrpark untergebracht. Im Nebengebäuderiegel die Kraftstoff-, Maschinen-, Werkzeug- und Gerätelager sowie überdachte Schütten. Der dazwischenliegende Werkhof wird asphaltiert.

Um die Hofentwässerung sicher zu stellen, forderte die Stadt Rödental auch das Gelände um das Regenrückhaltebecken anzuheben. Das Überwinterungshaus, an der südlichen Hofseite gelegen, bildet den Abschluss des Betriebshofes. Im Überwinterungshaus können dann während der kalten Jahreszeit frostempfindliche Kübelpflanzen aus dem Schlossbesitz Rosenau gelagert werden. Damit entfallen die bisher anfallenden Mietkosten einer externen Lösung.

Am südlich der Hofanlage vorgelagerten Regenrückhaltebecken ist ein Überwinterungsquartier für die „Schwarzen Schwäne“ im Park vorgesehen. Seitens der Stadt Rödental wird für das Regen- und Oberflächenwasser des Betriebshof gefordert, dass dieses nicht in den öffentlichen Kanal, sondern über einen Vorfluter in den neuangelegten Teich für die Überwinterung der Schwarzen Schwäne eingeleitet wird. Unter anderem ist auch eine Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher für den Eigenverbrauch vorgesehen. Ebenso eine Elektrotankstelle mit 11kW Ladeleistung. Für die Beschäftigten sind 13 PKW-Stellplätze außerhalb des eigentlichen Betriebshofes geplant. Ein Stellplatz für Besucher kann bei Bedarf barrierefrei gestaltet werden. Im Erdgeschoss des Verwaltungsbaus wird ein barrierefreies WC eingerichtet.

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