Barrierefreier Umbau von sieben Bahnstationen in Stadt und Landkreis Coburg weiter ungewiss

11. Mai 2017

Im Rahmen einer Anfrage an die Staatregierung informierte sich die Coburger SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld über den aktuellen Stand zum barrierefreien Umbau von Bahnhöfen in Bayern

Auch wenn es langsam Fortschritte beim barrierefreien Umbau der Bahnhöfe und Haltestationen in Stadt und Landkreis Coburg gibt, bleibt der Umbau von sieben Bahnstationen leider weiterhin ungewiss. In einer Regierungserklärung im November 2013 hatte Ministerpräsident das ambitionierte Ziel vorgegeben, dass bis zum Jahr 2023 der gesamte öffentliche Raum und damit auch alle Bahnstationen in Bayern barrierefrei zugänglich sein sollen.

In einer Anfrage an die Staatsregierung informierte sich die Coburger SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld daher nun über den aktuellen Stand des barrierefreien Umbaus der Bahnhöfe in Bayern. Die Antwort der Staatsregierung ergab, dass von den fünfzehn Bahnhöfen im Coburger Raum derzeit lediglich sechs barrierefrei zugänglich sind (Ebersdorf b. Coburg, Mönchröden, Neustadt b. Coburg, Rödental, Rödental Mitte und Coburg Nord). Zudem ist der barrierefreie Umbau zweier weiterer Bahnhöfe geplant bzw. wird umgesetzt (Coburg, Creidlitz). Damit wird sich die Anzahl der barrierefreien Bahnhöfe auf acht von fünfzehn erhöhen. „Obwohl dies ein Fortschritt ist, ist man damit nicht nur bayernweit sondern auch in Stadt und Landkreis Coburg von einer kompletten Barrierefreiheit, wie sie von Ministerpräsident Seehofer versprochen wurde, noch weit entfernt“, stellt Susann Biedefeld fest. In Bad Rodach, Dörfles-Esbach, Großwalbur, Grub am Forst, Meeder, Wiesenfeld und Coburg-Neuses wird es also noch ein paar Jahre dauern, bis auch dort die Bahnhöfe endlich barrierefrei sind. „Es gibt also noch viel zu tun“, betont die SPD-Parlamentarierin.

Daher wurde das Bayern-Paket, mit welchem der Freistaat Bayern den barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen fördert und das im Jahr 2018 ausläuft, neu aufgelegt. Ab 2019 stehen im Rahmen des Bayern-Pakets II voraussichtlich rund 100 Millionen Euro bereit. Bei der Aufnahme in das Förderprogramm sollen nicht nur die Ein- und Aussteigerzahlen oder die Knotenfunktion des Bahnhofs, sondern auch die örtliche Situation (wie bspw. Behinderten- und Senioreneinrichtungen) oder die Entfernung zum nächsten barrierefreien Bahnhof eine Rolle spielen. „Es ist wichtig, dass bei den zukünftig geförderten Maßnahmen vor allem auch die örtliche Situation berücksichtigt wird. Gerade in Kommunen, in denen es große Einrichtungen für Menschen mit Handicap gibt, müssen die Bahnhöfe endlich barrierefrei ausgebaut werden. Nur so kann selbständiges und eigenbestimmtes Leben funktionieren. Gerade im ländlichen Raum ist dies von besonderer Bedeutung“, mahnt Susann Biedefeld. Susann Biedefeld sieht hier allerdings nicht nur den Freistaat Bayern, sondern vor allem auch den Bund und die Deutsche Bahn in der Pflicht, die laut Biedefeld deutlich mehr unternehmen müssten. „Gerade bei kleinen Bahnstationen müssten sich die Bahn und der Bund noch deutlich stärker als bisher für einen barrierefreien Umbau engagieren“, betont die SPD-Landtagsabgeordnete.

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